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Rundschreiben - Stabilitätsgesetz 2015
Info betreffend Stabilitätsgesetz 2015 („legge stabilità 2015“ del 23 dicembre 2014 Nr. 190)

 Runschreiben betreffend Stabilitätsgesetz 2015 („legge stabilità 2015“ del 23 dicembre 2014 Nr. 190)

Neue Pauschalierung für Kleinunternehmen

Für Kleinunternehmen und Freiberufler wird ein neues Pauschalsystem eingeführt, welches die derzeitig geltenden Sondersysteme („Minimi“ und „nuove iniziative“) ersetzt.

Der pauschal ermittelte Gewinn unterliegt einer Ersatzsteuer von 15% (für die derzeitigen Sonderverfahren betrug die Ersatzsteuer 5%).

Die wichtigsten Eigenschaften des neuen Pauschalsystems sind:

-      die Anlage- bzw. Wirtschaftsgüter dürfen im vorhergehenden Geschäftsjahr die Schwelle von Euro 20.000 nicht überschreiten;

-      die Umsatzschwelle für die Zulassung zum neuen Pauschalsystem ist vom Tätigkeitskodex abhängig und liegt zwischen Euro 15.000 und Euro 40.000;

-      die Personalkosten dürfen höchstens Euro 5.000 betragen.

Die Steuerpflichtigen mit dem Sondersystem gemäß art. 27, co. 1 e 2, DL 98/2011(sog. „contribuenti minimi“), welche derzeit das entsprechende Verfahren anwenden, können dieses noch bis zum Ende der vorgesehenen Frist weiterführen.

 

Wertschöpfungssteuer IRAP

Ab der Steuerperiode 2015 werden die gesamten Lohnkosten (nicht nur Sozialversicherungsbeiträge) für die unbefristeten Arbeitsverhältnisse für die IRAP Grundlage abzugsfähig. Der IRAP-Regelsatz wird auf staatlicher Ebene für 2014 auf 3,9% beibehalten. Für Südtirol ergibt sich aufgrund diverser Abänderungen nun, dass für 2014 der IRAP-Satz von 2,98% auf 3,18% erhöht wird. Aufgrund der Abkoppelung vom staatlichen Regelsatz (laut Omnibus-Gesetz 2014) beträgt dann für die Steuerperiode 2015 der IRAP-Satz 2,68% (vorbehaltlich weiterer Änderungen).

Für all jene Unternehmer und Freiberufler, die keine unselbstständigen Arbeitnehmer beschäftigen, wird ab 2015 ein zusätzlicher IRAP-Abzug in Höhe von 10% der geschuldeten Steuer gewährt. Der Abzug wird durch Verrechnung im Vordruck F24 in dem Jahr genutzt, in welchem die entsprechende Steuererklärung abgegeben wird.

 

Split Payment

Für alle Lieferungen und Leistungen, welche an die öffentlichen Körperschaften gerichtet sind, findet das Verfahren der geteilten oder gespaltenen Zahlung Anwendung. Der Lieferant bzw. Auftragnehmer fakturiert zwar wie bisher mit MwSt., wobei  aber vom Kunden (öffentliche Körperschaft) die MwSt. nicht an den Lieferanten, sondern direkt an den Fiskus abgeführt wird. Von diesen Bestimmungen ausgeschlossen sind die Dienstleistungen, die der Quellensteuer (z.B. Freiberufler und Handelsagenten) unterliegen.

 

Erweitertes Reverse-Charge-Verfahren

Die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft wird auf zusätzliche Branchen ausgedehnt:

-      Reinigungsdienste, Installationsarbeiten, Abbrucharbeiten sowie die Arbeiten zur Fertigstellung von Gebäuden - dies betrifft die Leistungen, die gegenüber MwSt.-Pflichtigen durchgeführt werden, und zwar hier unabhängig von der Form des entsprechenden Vertrages (also nicht nur für Werkverträge);

-      Lieferung von Gas und Strom an Zwischenhändler (z.B. GSE)

-      Übertragung von Emissionszertifikaten;

-      Lieferungen an Hypermärkte und Discountmärkte - für letztgenannte Bestimmungen braucht es noch die Zustimmung der EU-Kommission;

-      Lieferungen von gebrauchten Holz-Transportpaletten (z.B. Euro-Palette)

 

Änderung MwSt. Steuersatz – E-Book

Der MwSt.-Satz für die E-Books wird von 22 % auf 4% herabgesetzt. Dieser neue Steuersatz kann nicht für den Verkauf von Online-Zeitschriften angewandt werden, wobei dieser bei 22% bleibt.

 

Patent Box

Dieses Steuerregime sieht die Befreiung oder die Besteuerung durch reduzierte Steuersätze der Einkommen von Lizenzen und anderen immateriellen Gütern, welche aus Forschung und Entwicklung stammen, vor. Werden die Lizenzen oder immaterielle Güter Dritten zur Verfügung gestellt, wird eine Befreiung von 50% der Royalties vorgesehen. Im Falle eines Verkaufs wird der erwirtschaftete Mehrwert aus den Lizenzen und immateriellen Gütern gänzlich von der Einkommensgrundlage befreit, vorausgesehen dass mindestens 90% des Mehrwerts wieder in die Forschung und Entwicklung investiert wird.

Dieses Steuerregime ist optional wählbar und behält ab dem Inkrafttreten fünf Jahre lang Wirksamkeit. Ausgenommen von dieser Neuerungen sind alle Marken.

 

Steuerbonus für Forschung und Entwicklung

Die Beihilfen für Forschung und Entwicklung werden überarbeitet und ausgedehnt. Der Bonus gilt ab 2015 für fünf Jahre und beträgt 25% der Ausgaben, welche für Forschung und Entwicklung getätigt wurden, die den Durchschnitt der entstehenden Ausgaben für die drei Vorjahre 2012-2014 übersteigen. Die Ausgaben müssen mindestens 30.000 Euro pro Jahr ausmachen; die Ausgaben müssen vom Abschlussprüfer bzw. Überwachungsrat oder einem Steuerberater zertifiziert werden. Mit einer Ministerialverordnung werden die entsprechenden Durchführungsbestimmungen erlassen.

 

Steuerberichtigung („ravvedimento operoso“)

Ab der Steuerperiode 2015 wird der Zeitraum, in denen freiwillige Steuerberichtigungen stattfinden können, ausgeweitet: Freiwillige Berichtigungen sind nun bis zum Verstreichen der Möglichkeit von Seiten der Agentur der Einnahmen Steuerkontrollen durchzuführen, möglich. Somit wird dem Steuersubjekt erst ab dem Erhalt eines Feststellungsbescheids („avviso di accertamento / liquidazione“, sowei „avviso bonario“) die Möglichkeit genommen eine freiwillige Berichtigung vorzunehmen. Andere Maßnahmen zur Erleichterung  der Strafe im Falle einer Steuerkontrolle („adesione al PVC“, „adesione agli inviti al contraddittorio“, „acquiscienza“) werden somit ab der Steuerperiode 2016 im herkömmlichen Sinne abgeschafft. Also könnten Steuersubjekte im Zuge einer Steuerkontrolle die potentiellen Vergehen selbst berichtigen, indem sie eine neue korrigierte Steuererklärung nachreichen und die höheren Steuern mit den Strafen, welche vorgesehen sind, nachzahlen.

 

Abfertigung im Monatslohn

Die Arbeitnehmer können ab dem 1. März 2015 wahlweise für die Auszahlung der monatlich angereiften Abfertigung optieren. Es gilt hier jedoch die normale IRPEF – Besteuerung. Der Arbeitnehmer erzielt einen Liquiditätsvorteil, unterliegt aber der höheren Besteuerung gegenüber der für die Abfertigung ansonsten vorgesehenen gesonderten Besteuerung. Die Option ist bindend für drei Jahre. Für die Arbeitgeber sind begünstigte, staatlich abgesicherte Darlehen vorgesehen. Der Zinssatz entspricht dem Prozentsatz für die Abfertigungsaufwertung.

 

Höhere Besteuerung der Wertsteigerungen von Pensionsfonds bzw. der jährlichen Aufwertung der Abfertigungsquoten:

Der bisherige Steuersatz auf die Wertsteigerungen von Pensionsfonds wurde von 11% auf 20% angehoben; der Steuersatz für die jährliche Aufwertung der angesparten Abfertigung wurde von 11% auf 17% erhöht.

 

INPS – Beitragssätze ab 01.01.2015 gestiegen

Ab dem Jahr 2015 sind die INPS-Beitragssätze für Handwerker und Kaufleute um weitere 0,45 Prozentpunkte angestiegen. Für das Jahr 2015 beträgt der Basissatz für Handwerker somit 22,65% und für Kaufleute und Gastwirte 22,74%. Bis zum Jahr 2018 wird der Basissatz schrittweise bis auf 24,00% angehoben.

 

Wir erinnern daran, dass Handwerker und Kaufleute bei Erreichen des 65. Lebensjahres, sofern sie eine Pension durch das Nationalinstitut für Soziale Fürsorge (INPS) beziehen, um die Reduzierung der Beiträge im Ausmaß von 50% ansuchen können.

 

Fortwährende freie Mitarbeiter bzw. Projektmitarbeiter (Cococo), die in keiner Pflichtpensionskasse eingetragen sind, müssen sich in die Sonderverwaltung der INPS (gestione separata) eintragen.  Für diese, den Arbeitnehmern gleich gestellten Arbeitsverhältnisse (ohne MwSt.-Nummer), erhöht sich ab 01.01.2015 der Beitragssatz von 28,72% auf 30,72%.

 

Für Selbstständige (mit MwSt.-Nummer), die in keiner Pflichtpensionskasse eingetragen sind, erhöht sich der Beitragssatz ab 01.01.2015 von 27,72% auf ebenfalls 30,72%.

 

Für jene Steuerpflichtigen, die bereits in einer Pflichtversicherung eingetragen sind und dennoch zur Eintragung in die INPS-Sonderverwaltung verpflichtet sind (z.B. Verwalter von Gesellschaften), erhöht sich der Beitragssatz ab 01.01.2015  von 22% auf 23,50%.

 

Steuerabsetzbetrag für Wiedergewinnung, energetische Baumaßnahmen und den Erwerb von Möbeln

Mit dem Finanzgesetz 2015 wird der Steuerabsetzungsbetrag für die Wiedergewinnungsarbeiten und energetische Baumaßnahmen in folgendem Ausmaß um ein Jahr, bis Ende 2015 verlängert: der Steuerabsetzbetrag in der Höhe von 50 % für Wiedergewinnungsarbeiten, sowie der Steuerbonus für den Ankauf von Möbeln, Elektrogroßgeräten und anderen Einrichtungsgegenständen und ebenso der Steuerabsetzbetrag in der Höhe von 65% für energetische Sanierungen werden verlängert. Diese Begünstigung gilt sowohl für die Eigentümer, als auch für die Mieter.

Unternehmen können lediglich den Steuerabsetzbetrag in Höhe von 65% für energetische Sanierungen in Anspruch nehmen.

 

Aufwertung von Grundstücken und Beteiligungen - Neuauflage

Das Stabilitätsgesetz sieht eine Neuauflage der Aufwertung von Grundstücken und Beteiligungen vor, welche sich im Besitz einer natürlichen Person, einer einfachen Gesellschaft, einer Freiberuflervereinigung oder einer nicht gewerblichen Körperschaft befinden. Die Aufwertung ist für alle zum 1. Januar 2015 vorhandenen Vermögenswerte (nicht wesentliche und wesentliche Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen, sowie für Baugrundstücke und landwirtschaftliche Grundstücke) möglich; dabei ergibt sich im Falle einer Veräußerung eine Verminderung der steuerpflichtigen Mehrwerte oder Veräußerungsgewinne.

Die beeidete Schätzung ist innerhalb 30. Juni 2015 zu erstellen bzw. bei Immobilien vor dem notariellen Kaufvertrag. Innerhalb derselben Frist ist die Ersatzsteuer, bzw. die erste von maximal drei Raten von 4,00% für nicht wesentliche Beteiligungen und von 8,00% für wesentliche Beteiligungen und Grundstücke zu entrichten. Somit wurde die Ersatzsteuer im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

 

Maschinenausrüstung der Industrieanlage - IMU

Das Stabilitätsgesetz 2015 sieht vor, dass auch die „im Boden verankerte“ Maschinenausrüstung – essentieller und in der Zeit stabiler Teil des Industriegebäudes –im Kataster klassifiziert werden muss und somit der IMU und jetzt auch der TASI unterliegen. Vor 2015 wurden nur fixe Geräte für die Bestimmung des Katasterwertes einer Industrieanlage relevant.

 
 
 
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